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Autor Thema: Abschlussformulierung Zeugnis bei Firmenschliessung  (Gelesen 1319 mal)
Emilia
Gast
« am: November 08, 2005, 21:25:48 »
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Hallo liebe Zeugni---perten,

gegeben sei folgende Situation: Betrieb schliesst in absehbarer Zukunft und das ist allen bekannt, es bleibt noch Zeit, sich anderweitig zu bewerben. Wer nichts findet bekommt einen Aufhebungsvertrag. Klar, man will aber schon vor Schliessung ein Zeugnis, um sich zu bewerben.

Das übliche Bedauern "des Weggangs einer schwer ersetzbaren Fachkraft" etc. kommt wohl nicht glaubwürdig über.

Soll man im letzten Abschnitt schreiben "XXX verlässt uns auf eigenen Wunsch um sich beruflich zu verändern" - falls XXX wirklich vor Firmenschliessung eine neue Stelle findet? Er wird vermultich die Stelle sowieso erst nach Firmenschliessung antreten, auch wenn die Zusage noch "zur Existenzzeit " der Firma kommt.

Wie aber formuliren, wenn XXX bis zum Schluss nichts findet und sozusagen bis zum bitteren Ende dabei ist und dann sein Zeugnis bekommt? Firmenschliessung mit/ohne Angabe von Begründung offen erwähnen. Und wie kann man die "unterschwelligen" Infos aus diesem meist vorletzten Satz, nachdem nur noch der Dank und die Glückwünsche folgen, sonst unterbringen?

Hintergrund: Bastele gerade mit meinem Freund an seinem Arbeitszeugnis. Die Leute sollen nach Möglichkeit selbst ihre Wunschzeugnisse vorlegen, da die neue Geschäftsleitung keine Ahnung von ihren Aktivitäten hat und die HR-Leute fachlich und aufwandtechnisch restlos überfordert sind. Hatte gehofft, dass diese Zumindest den Einstieg, über die Firma "liefern" und den Abschluss, der ja auch in ihrem Sinne formuliert werden soll. (Situation: Firma kürzlich gekauft und kurzfirstig "platt" gemacht. Management konnte sich teilweise vorher "retten", daher kaum noch "alte Manager" vorhanden.)  Natürlich kann man warten bis HR was zusammenschreibt, aber das würde heissen, wertvolle Zeit zu verlieren. Also lieber selber machen und vorlegen ...

1000 Dank im Voraus und liebe Grüße

Emilia
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Klaus Schiller
Administrator
Newbie
*****
Beiträge: 1642


« Antworten #1 am: November 09, 2005, 00:51:45 »
ZitierenZitat

Bastele gerade mit meinem Freund an seinem Arbeitszeugnis. Die Leute sollen nach Möglichkeit selbst ihre Wunschzeugnisse vorlegen...
Ich rate Ihnen dringend davon ab, ein Zeugnis ohne detaillierte Sachkenntnis "zusammen zu basteln", da ein unprofessioneller Eigenenwurf, das so genannte "Dilettantenzeugnis", leicht als solcher erkennbar und daher völlig unglaubwürdig ist. Und bei Absagen zukünftiger Bewerbungen wird Sie erfahrungsgemäß niemand auf die konkreten Fehler aufmerksam machen.

Wenn Sie das Zeugnis von Experten entwerfen lassen möchten, um beim Arbeitgeber direkt diese unterschriftsreife Zeugnisfassung als Formulierungsvorschlag einzureichen, finden Sie hier schnelle und günstige Hilfe: http://www.arbeitszeugnis.de/neuentwurf2.php

Welche Schlussformulierung gewählt wird, hängt davon ab, ob das Beendigungsdatum schon konkret feststeht.  Wenn ja, wird ein "Vorläufiges Zeugnis" erstellt. Die übliche Schlussformulierung lautet bei einem Aufhebungsvertrag: "Das Arbeitsverhältnis endet im beiderseitigen besten Einvernehmen vor dem Hintergrund ... " - was durchaus auch bedauert werden kann. Wenn das Beendigungsdatum noch nicht feststeht, genügt ein Zwischenzeugnis ohne Hinweis auf die bevorstehende Insolvenz.
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Klaus Schiller, arbeitszeugnis.de
Personalmanagement Service GmbH
schiller@arbeitszeugnis.de

- Alle Angaben ohne Gewähr -
Emilia
Gast
« Antworten #2 am: November 10, 2005, 23:05:38 »
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... herr schiller,

sowohl für die wertvollen tipps, als auch für ihre schnelle antwort.

sie haben recht, dieses selbst basteln kann gefährlich sein. einziger trost: schlimmer, als was die "neuen" zusammenbasteln könnten kann es nicht werden. alleine schon das "announcement" über die betriebsschliessung war unprofessionell und voller fehler.

dar abteilungsleiter wollte mal aus seinem "archiv" was zur verfügung stellen. wir haben einfach mal die aufbauregeln benutzt, die stellenbeschreibung, bei 15-jähriger netriebszugehörigkeit kann er sowieso nur selbst machen. und viele formulierungen haben wir einfach sehr guten, professionell erstellten zeugnissen von mir entnommen. (wir sind in der selben branche.) aber stellenweise bin ich mir schon etwas unsicher, ob es nicht zu viel des lobes ist oder ob nicht ein paar konkrete beispiele den lob bestärken sollten. ich denke, wir werden ihre "zeugnistest"-leistung in anspruch nehmen.

bis dahin herzlichen dank und viel grüße

emilia
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