Das Zeugnis besteht aus bekannten Textbausteinen der Note 1, die Sie auch in unserer Datenbank (
http://www.arbeitszeugnis.de/neuesuche/demo.php) finden. Versteckte negative Formulierungen enthält das Zeugnis also nicht.
Zum einen wundert mich die Reihenfolge der Aufgabengebiete, die mit "Annahme von Telefonaten" beginnt und mit komplexeren Aufgaben wie Projektarbeiten und das Erstellen von Kundeninformationen aufhört. Die Stellenbeschreibung sollte hierarchisch geordnet sein, also mit den wichtigsten Aufgaben beginnen. Werden weniger wichtige Aufgaben in der Stellenbeschreibung vorgezogen, kann dies als Abwertung interpretiert werden („Reihenfolge-Technik“).
Desweiteren frage ich mich, ob im Absatz 3 nicht zuviel Wiederholt wird, bzw. ob es sich dort um gewisse Wiedersprüche handelt. Die Textbausteine wurden 1:1 übernommen, also weder an das Qualifikationsprofil der Stelle noch an die Leistungen oder die Persönlichkeit des Beurteilten angepasst.
Sie wurden auch nicht aufeinander abgestimmt so dass sich in der Tat unnötige und übertrieben wirkende Wiederholungen finden (z.B. „…war hochmotiviert…“, „…zeigte Eifer und Fleiß“, „…erfüllte seine Aufgaben mit großem Engagement und persönlichen Einsatz“).
Im Absatz 4 wundert mich die Aussage "hat er es immer wieder erreicht" -heißt das, dass ich es nicht immer erreicht habe? Wie gesagt, es handelt sich zu 100% um Standard-Textbausteine; auch der Ausdruck „immer wieder“ findet sich in der verwendeten Vorlage, siehe Baustein-Datenbank.
Außerdem steht der obligatorische Satz: "zu unserer vollsten Zufriedenheit" erst einige Sätze später. Ist das in Ordnung? Die so genannte Leistungszusammenfassung sollte sich eigentlich am Ende des Leistungsteils befinden, da sie, wie der Name schon sagt, die Leistung abschließend zusammenfasst. Stattdessen wurde die Leistungszusammenfassung hier erst nach dem Verhaltensteil positioniert. Dies ist zwar nicht abwertend, aber stilistisch nicht ganz korrekt.
Außerdem wurde ich aufgrund meines Einsatzes ausgezeichnet und finde hiervon keine Erwähnung. Ich wurde zusammen mit 59 anderen Mitarbeitern in einem Unternehmen mit mehr als 60000 Mitarbeitern ausgezeichnet. Ich bin mir aber auch nicht sicher ob die Erwähnung eines solchen Preises üblich wäre. Wie gesagt, das Zeugnis findet an keiner Stelle individuelle würdigende Worte, sondern reiht nur fertige Textbausteine unverändert aneinander.