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Autor Thema: Bitte um Bewertung meines Zwischenzeugnisses  (Gelesen 1189 mal)
Ein Ingenieur
Gast


E-Mail
« am: August 01, 2012, 22:59:18 »
ZitierenZitat

Hallo zusammen, bitte um Bewertung meines Zwischenzeugnisses.
Ich bin ziemlich entäuscht und finde es recht unausgewogen bis schlecht.

(Hier stehen die allg. Daten zu meiner Person und zur Firma, dann meine Aufgabenbereiche/Tätigkeiten.)
Ich habe 2Jahre als Projektingenieur bei dem jetzigen Unternehmen gearbeitet.

Herr XXX konnte sich aufgrund seiner Auffassungsgabe und seines Interesses gut in sein Auf-
gabengebiet einarbeiten und sich mit den Projekten sehr schnell vertraut machen. Er besitzt Verständnis
für fachspezifische Sachverhalte und arbeitet sorgfältig. In der Zusammenarbeit zeigt er sich konstruktiv
und aufgeschlossen. Die Qualität seiner Arbeit entspricht meist unseren hohen Erwartungen.
D.h. ich war vielem nicht gewachsen?!

Er verfügt über fundiertes und praxisorientiertes Ingenieur-Fachwissen, das er zum Nutzen unseres
Unternehmens einsetzt, sowie über sehr gute sprachliche Kenntnisse in Deutsch und Englisch, welche er
bei der Durchführung der genannten Aufgaben, aufgrund der ausgesprochen internationalen Ausrichtung
der Firma, voll zum Einsatz bringen kann.
Ich bin kein Fremdsprachenkorrespondent, sondern Ingenieur. Wie nachteilig wirkt die Ausführung?
Wir lernten ihn als umgänglichen und teamfähigen Mitarbeiter kennen, welcher sich auch Vorgesetzten
gegenüber jederzeit angenehm und angemessen verhält. Seine freundliche und zuvorkommende Art
machen ihn bei Arbeitskollegen wie bei Vorgesetzten gleichermassen beliebt.
Irgenwelche versteckte Botschaft hier?
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Ein Ingenieur
Gast


E-Mail
« Antworten #1 am: August 01, 2012, 22:59:59 »
ZitierenZitat

(Fortsetzung)


Dieses Zwischenzeugnis wird auf Wunsch von Herrn XXX ausgestellt. Wir danken Herrn
XXX an dieser Stelle für seine bisherige Mitarbeit in unserem Unternehmen und wünschen ihm
für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.
Ich bekomme ein Endzeugnis. Mir erschliesst sich selber nicht, warum sie mir ein Zwischenzeugnis ausstellen? Abgesehen davon, irgenwelche Ungereimtheiten hier?[/b

Bitte auch einzelne Textblöcke (mit Noten) bewerten. Vielen Dank für Eure Mühe!
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admin
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« Antworten #2 am: August 05, 2012, 18:02:12 »
ZitierenZitat

Die Ausdrücke „Interesse“ bzw. „interessiert“ findet eigentlich nur in Ausbildungs- und Praktikumszeugnissen Verwendung, da ein Interesse an der Tätigkeit für Arbeitnehmer selbstverständlich sein sollte.

Formulierungen wie „meist“ „in der Regel“ etc. sind sehr ungünstig, da diese die Bewertung der erbrachten Leistung deutlich einschränken. Solche Formulierungen werden vornehmlich für unterdurchschnittliche oder mangelhafte Leistungen verwendet.
 
Englischkenntnisse können im Rahmen der Zusammenarbeit mit internationalen Kunden durchaus erwähnt werden, es erscheint aber wenig schlüssig, hier auf sehr gute Deutschkenntnisse zu verweisen. Dies erweckt vielmehr den Verdacht auf einen nicht muttersprachlichen Hintergrund.

Formulierungen wie „kennen gelernt“ wirken distanzierend. Tatsächlich relevant ist aber, dass Kernkmpetenzen wie z.B. Analyse/ Urteilsvermögen nicht genannt werden.

Auch die Verhaltensbewertung als „angenehm“ ist wenig aussagekräftig. Relevante Bewertungen wie z.B. in „vorbildliches“ oder „einwandfreies Verhalten“ fehlen.  Zudem wird die hierarchische Nennung missachtet. Hier:  Kollegen werden hier  vor den Vorgesetzten genannt.

Es fehlt das Wort „weiterhin“ vor dem Erfolgswunsch. Das könnte als Hinweis darauf missverstanden werden, dass der Erfolg bislang ausgeblieben sei.

Das Zeugnis macht sehr widersprüchliche Angaben wobei eine Note aufgrund der fehlenden Leistungszusammenfassung nicht zuzuordnen ist. Ich empfehle hier eine Zeugnisanalyse für 19,90 Euro unter http://www.arbeitszeugnis.de/zeugnistest.php
Grüße
admin
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Ein Ingenieur
Gast


E-Mail
« Antworten #3 am: August 06, 2012, 02:58:09 »
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Hallo! Vielen Dank für Ihre Mühe.

Ich muss erwähnen, dass es sich um ein schweizererisches Zeugnis handelt. Vielleicht erklären sich die eklatanten Sprach(code-)unterschiede?!
Denn ich will (noch) kein boshaftes Verhalten beim Ersteller unterstellen...

Oder wie sehen Sie den Sachverhalt?

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admin
Administrator
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Beiträge: 47


« Antworten #4 am: August 06, 2012, 21:10:43 »
ZitierenZitat

Grundsätzlich ist es so, dass auch bei schweizer Arbeitszeugnissen Wahrheit und verständiges Wohlwollen Grundlage der Zeugniserstellung sind.
Zeugnisformulierungen sollten ihr berufliches Fortkommen nicht unnötig erschweren.
Landestypische Formulierunge sind insbsondere dann nicht von Vorteil, wenn sie sich in andere Länder bewerben.

Grüße
Admin
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