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Autor Thema: Negationstechnik  (Gelesen 794 mal)
Denis
Gast
« am: November 08, 2005, 11:20:07 »
ZitierenZitat

In meinem Zeugnis von der Bundeswehr steht:
"Selbst die weit in die Freizeit reichende Dienste konnten seine Motivation nicht schmaelern."

Da ich nicht imstande bin, diese Aussage zu werten, bitte ich um Ihre Mithilfe! Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!
Vielen Dank im Voraus!
Gespeichert
Klaus Schiller
Administrator
Newbie
*****
Beiträge: 1642


« Antworten #1 am: November 09, 2005, 00:31:54 »
ZitierenZitat

Aufgrund der gesetzlich geforderten Wohlwollenspflicht werden in Zeugnissen auch negative Wertungen zumeist in positiv klingenden Formulierungen ausgedrückt. Hierzu bedienen sich die Zeugnisaussteller bestimmter "Verschlüsselungstechniken", zu denen auch die "Negationstechnik" gehört: Während im normalen Sprachgebrauch eine doppelte Verneinung die Aussage verstärkt (z.B. "nicht unerheblich" = wichtig), bewirkt sie in der Zeugnissprache eine Abwertung.

So klingt die Formulierung "auch ... konnte seine Motivation nicht schmälern" natürlich nicht annähernd so positiv wie z.B. "Er zeigte stets eine sehr hohe Motivation, auch weit über die üblichen Dienstzeiten hinaus."
Es entsteht der Eindruck, der Beurteilte habe es notgedrungen akzeptiert, seine wertvolle Freizeit mitunter "opfern" zu müssen. In (sehr) guten Zeugnissen wird immer direkt positiv formuliert.
Gespeichert

Klaus Schiller, arbeitszeugnis.de
Personalmanagement Service GmbH
schiller@arbeitszeugnis.de

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