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Urteile zum Thema:

Zufriedenheitsformel (10 Urteile)

(10)Bescheinigt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer im Zeugnis unter Verwendung der Zufriedenheitsskala, die ihm übertragenen Aufgaben „zur vollen Zufriedenheit“ erfüllt zu haben, erteilt er in Anlehnung an das Schulnotensystem die Note „befriedigend“. Beansprucht der Arbeitnehmer eine bessere Schlussbeurteilung, muss er im Zeugnisrechtsstreit entsprechende Leistungen vortragen und gegebenenfalls beweisen. Dies gilt grundsätzlich auch dann, wenn in der einschlägigen Branche überwiegend gute („stets zur vollen Zufriedenheit“) oder sehr gute („stets zur vollsten Zufriedenheit“) Endnoten vergeben werden.
- Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.11.2014, 9 AZR 584/13

(9) Bestätigt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer, dass er die ihm übertragenen Arbeiten "zu unserer vollen Zufriedenheit" ausgeführt hat, so werden damit gut durchschnittliche Leistungen bescheinigt. Enthält diese Formulierung den Zusatz "zum großen Teil", so liegt darin eine die Leistungen abwertende Einschränkung, deren Beseitigung der Arbeitnehmer verlangen kann, wenn die gut durchschnittlichen Leistungen unstreitig sind.
- Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 18.5.1995 - 5 Sa 41/95

(8) Die Formulierung "zur vollsten Zufriedenheit" ist sprachlich unmöglich.
- Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 11.11.1994 - 17 Sa 1158/94

Kommentar: Die Arbeitsgerichte urteilen in dieser Frage unterschiedlich, siehe auch Urteil des LAG Hamm vom 13.2.1992 und des BAG vom 23.9.1992

(7) Bewertet der Arbeitgeber im Zeugnis die einzelnen Leistungen des Arbeitnehmers ausnahmslos mit "sehr gut" und die Tätigkeit darüber hinaus als "sehr erfolgreich", so ist damit eine Gesamtbeurteilung mit der Schlußfolgerung, der Arbeitnehmer habe seine Aufgaben "immer zu unserer vollen Zufriedenheit" gelöst" unvereinbar. Der sehr guten Leistung entspricht die zusammenfassende Beurteilung "zur vollsten Zufriedenheit". Allerdings gehört das Wort "voll" zu den Adjektiven, die nicht vergleichsfähig sind, wie etwa auch "rund", "ganz" oder "halb". In der Zeugnissprache wird aber "vollste Zufriedenheit" in Kauf genommen. Will der Arbeitgeber das Wort "vollste" vermeiden, so muß er eine sehr gute Leistung mit anderen Worten als "volle Zufriedenheit" bescheinigen.
- Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 23.9.1992 - AZR 573/91

(6) Es erscheint rabulistisch, im Hinblick auf den in Sprachlehrbüchern nicht vorhandenen Superlativ des Wortes "voll" dem Arbeitnehmer das Adjektiv "vollste" bei der Beurteilung im Zeugnis zu verweigern, wenn es in arbeitsrechtlichen Monographien, Musterbüchern und Zeitschriften gebräuchlich ist.
- Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 13.2.1992 - 4 Sa 1077/91

(5) Eine Notenskala mit nur fünf Noten läßt nicht die gesamte Bandbreite der Bewertung zu. Eine Notenskala mit sieben Stufen läßt weitere Bewertungen nach oben wie nach unten zu. Es empfiehlt sich, folgende Notenskala zu übernehmen: "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt" = sehr gute Leistungen; "stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt" = gute Leistungen; "zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt" = vollbefriedigende Leistungen; "stets zu unserer Zufriedenheit erledigt" = befriedigende Leistungen; "zu unserer Zufriedenheit erledigt" = ausreichende Leistungen; "im großen und ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt" = mangelhafte Leistungen; "zu unserer Zufriedenheit zu erledigen versucht" = unzureichende Leistungen.
- Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 13.2.1992 - 4 Sa 1077/91

(4) Wurde das Arbeitsverhältnis im Kündigungsschutzverfahren gemäß einem Auflösungsantrag des Arbeitgebers aufgelöst, so ist die Formulierung "zu unserer vollen Zufriedenheit" im Arbeitszeugnis eine wohlwollende, in jeder Hinsicht durchschnittliche Formulierung der Qualifikation.
- Arbeitsgericht Passau, Urteil vom 14.1.1991 - 2 Ca 235/90

(3) Eine Zeugnisformulierung, die "zufriedenstellende Leistungen" attestiert oder eine Aufgabenerfüllung "zu unserer Zufriedenheit" bescheinigt, bringt zum Ausdruck, daß die Leistungen nicht zufriedenstellend, sondern unterdurchschnittlich, aber noch ausreichend waren.
- Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 19.10.1990

(2) Eine Tätigkeit, die während der gesamten neunmonatigen Beschäftigung niemals beanstandet war, hebt sich aus dem Durchschnitt heraus und verdient eine Heraushebung durch die Formulierung "stets zu unserer vollen Zufriedenheit".
- Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 20.11.1979 - 5 (9) Sa 778/79

(1) Mit der Formulierung "stets zur Zufriedenheit" wird zum Ausdruck gebracht, daß die Leistungen durchschnittlich (ausreichend) waren.
- Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 20.11.1979 - 5 (9) Sa 778/79

 
 
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 20. November 2014 um 12:31 Uhr
 
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